Johann Nepomuk della Croce (?)
Pressano (Trient) 1736 - Linz 1819
Das Martyrium des heiligen Bartholomäus
Datierung: wohl nach 1780
Technik: Öl auf Leinwand
Format: 66,70 cm / 48,60 cm
Inv. Nr.: Rl 59
Katalog Nr.: 49

1736 in Pressano geboren, begann Johann Nepomuk della Croce 1750 seine Lehre bei seinem Onkel Pietro Antonio Lorenzoni in Salzburg. Mit 19 Jahren kam er 1755 als Geselle in die Werkstatt von Johann Wolfgang Xaver Kröz nach Burghausen. 1758 erwarb er von der Witwe seines  bereits 1756 verstorbenen Lehrmeisters die Malergerechtigkeit und damit auch das Bürgerrecht. 1811, einige Jahre nach dem Tod seiner zweiten Frau, zog della Croce nach Linz, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte. Zu Ansehen gelangte della Croce vor allem durch seine Bildnisse. Daneben schuf er aber auch Historienbilder, Altarblätter und Fresken im südbayerischen und oberösterreichischen Raum.
Die Ölskizze zeigt das Martyrium des hl. Bartholomäus. Dieser hatte der Legende nach die Tochter des Königs Polymios von Armenien vom Teufel befreit. Aus Dankbarkeit konvertierte der König zum christlichen Glauben. Die dadurch in Ungnade gefallenen Tempelpriester wendeten sich daraufhin an Astyages, dem verfeindeten Bruder des Königs, der Bartholomäus gefangen nehmen, häuten und kreuzigen ließ.
Im Mittelpunkt der vielfigurigen Marterszene steht der mittels eines Flaschenzuges an einer galgenähnlichen Holzkonstruktion fixierte Heilige, dem bereits die Haut des rechten, Armes abgezogen wird. Rechts im Hintergrund ist unter einem Schirm der Auftraggeber der Marter, Astyages, zu erkennen. Schergen, Priester und Zuschauer wohnen dem grausigen Geschehen bei.
Hervorzuheben ist die Malweise mit den locker gesetzten Pinselstrichen und dem pastosem Farbauftrag, die sich in dieser Form nicht bei anderen Werken Johann Nepomuk della Croces findet, so dass die erst 1998 von Dieter Goerge vorgeschlagene Zuschreibung an diesen Künstler mit einem großen Fragezeichen versehen werden muss.
Weniger unsicher ist dagegen, dass es sich hierbei um den Entwurf für ein Altarblatt handelt. Dafür spricht vor allem der leicht geschweifte obere Abschluss der Ölskizze.

Johann Nepomuk della Croce (?): Das Martyrium des heiligen Bartholomäus, wohl nach 1780