Franz Xaver Palko (?)
Breslau 1724 - München 1767
Die Auferweckung des Lazarus
Datierung: um 1750
Technik: Öl auf Leinwand
Format: 45 cm / 37 cm
Inv. Nr.: Rl 31
Katalog Nr.: 15

Nach einer ersten Ausbildung bei seinem Bruder Franz Anton in Preßburg schrieb er sich 1738 an der Wiener Akademie der Bildenden Künste ein. Für sein Bild der Judith erhielt er 1745 den ersten Preis der Akademie zugesprochen. Palko kehrte für kurze Zeit nach Preßburg zurück, bevor er sich – spätestens – 1749 in Dresden niederließ und für den sächsischen Premierminister Heinrich Graf von Brühl arbeitete. 1752 erfolgte Palkos Ernennung zum Königlich Sächsischen Hofmaler, 1764 zum Kurbayerischen Hofmaler. Palko, der zwischenzeitlich auch in Prag tätig war, schuf Deckenmalereien und sakrale Tafelbilder sowie – vor allem in den letzten Lebensjahren – Porträts für Auftraggeber in der Slowakei, Böhmen, Ungarn, Österreich und Deutschland.
Der Künstler verlegt die im Johannesevangelium (Joh. 11,1-44) geschilderte Szene auf einen pasticcioartig gestalteten antiken Friedhof mit einem Tonnengewölbe, unter dem eine Urne, der Torso einer Statue sowie eine Pyramide zu erkennen sind. Christus schreitet von links kommend seinem Gefolge voraus und gebietet Lazarus aufzustehen. Zwei Männer richten ihn auf, während dahinter zwei weitere Männer erstaunt gestikulieren. Das schräg einfallende Licht lenkt die Aufmerksamkeit auf die Hauptfiguren und auf die beiden Frauen, Maria und Martha, am linken Bildrand.
Die Figuren, Gegenstände und Architekturelemente sind weitgehend ausgearbeitet, weisen jedoch in einzelnen Bereichen auch skizzenhafte Züge auf, so dass es sich sowohl um ein eigenständiges Bild als auch um ein Modello für ein größeres Gemälde handeln könnte.
Die Zuschreibung an Franz Xaver Karl Palko wurde von Pavel Preiss in seiner 1999 erschienen Monographie über den Künstler abgelehnt. Preiss ordnet stattdessen das Gemälde einem unbekannten Maler aus dem Umkreis von Paul Troger zu.
 

Franz Xaver Palko (?): Die Auferweckung des Lazarus, um 1750