Nach Paul Troger (Franz Zoller?)
Zell bei Welsberg (Pustertal) 1698 - Wien 1762
Himmelfahrt Mariens
Kopie des 1748 entstandenen Entwurfs Paul Trogers für das Chorfresko im Dom zu Brixen (Südtirol)
Datierung: um 1748 oder später
Technik: Öl auf Leinwand
Format: 84 cm / 77,10 cm
Inv. Nr.: Rl 42
Katalog Nr.: 20

Nach einer Lehre in die Malschule von Giuseppe Alberti in Cavalese im Fleimstal folgte um 1720 ein längerer Aufenthalt in Italien, unter anderem bei Francesco Solimena in Neapel und Giambattista Piazzetta in Venedig. Troger wurde 1754 als Nachfolger von Michelangelo Unterberger Rektor der Wiener Akademie. Neben Daniel Gran und Raphael Donner gehört er zu den bedeutendsten Vertretern der österreichischen Kunst der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Als Freskant, Altarbildmaler, Zeichner und Malerradierer tätig, verhalf Troger der expressiven, antibarocken und antiklassizistischen Strömung zum Durchbruch.
Die Ölskizze ist eine Kopie des Entwurfs Trogers für das Chorfresko im Dom zu Brixen. Der Maler ist nicht bekannt, wird aber im engeren Werkstattkreis von Paul Troger vermutet. Zu den Mitarbeitern Trogers in Brixen gehörte auch Franz Zoller, dem neuerdings diese Ölskizze versuchsweise zugeordnet wird (Ursula Wagner, Der Südtiroler Barockmaler Franz Zoller 1726-1778. Diplomarbeit Universität Wien 2008, S. 26-29).
Dargestellt ist die auf einer Wolke demütig kniende Gottesmutter mit der Mondsichel und mehreren Engeln zu ihren Füßen. Von links oben kommt ihr Christus mit ausgebreiteten Armen entgegen. Hinter ihm tragen Kinderengel sein Kreuz, während Gottvater auf die Krone mit zwölf Sternen weist, die für Maria bereitgehalten wird. Engel und Putti umrahmen den von einem angedeuteten Kuppeltambour begrenzten Ausblick in den offenen Himmel. Die aus der himmlischen Sphäre herabfliegenden, sich dem architektonischen Realraum des Betrachters nähernden Putti deuten die Möglichkeiten des barocken Illusionismus an.
Das Fehlen jeglicher Pentimenti, d. h. Übermalungen, wie sie bei einer Skizze üblich sind, verrät die Kopie, die überwiegend in hellen und kühlen Farbtönen gehalten ist. Lokale Akzente werden im Blau, Rot und Gelb der Gewänder gesetzt.
Das im Dom von Brixen erhaltene Fresko erlitt unter den Restaurierungsarbeiten Ende des 19. Jahrhunderts erhebliche Beeinträchtigungen: Das kreisrunde Bildfeld wurde verändert, die Architekturmalerei entfernt  und durch eine dem Zeitgeschmack entsprechende Stuckdekoration ersetzt.

 

Himmelfahrt Mariens, Chorfresko, Brixen, Dom (Stuck 19.Jahrhundert)

Nach Paul Troger (Franz Zoller?): Himmelfahrt Mariens, um 1748 oder später

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