Januarius Zick
München 1730 - Ehrenbreitstein 1797
Martyrium des heiligen Sebastian
Datierung: 1770er
Technik: Öl auf Leinwand
Format: 53 cm / 38,20 cm
Inv. Nr.: Rl 21
Katalog Nr.: 28

Nach einer ersten Ausbildung bei seinem Vater Johann Zick begab sich Januarius Zick 1755/56 auf Wanderschaft nach Paris, Rom und Basel. 1760 zum Kurtrierer Hofmaler ernannt, ließ er sich in Ehrenbreitstein bei Koblenz nieder. Seinen Ruhm als „letzter deutscher Großmaler“ (Feulner) begründete sein Hauptwerk, die Ausmalung und Ausstattung der Benediktiner-Klosterkirche Wiblingen bei Ulm (1778-1781). Als überaus vielseitiger Künstler schuf Zick nicht nur kleine Kabinettbilder, große Altarblätter und Deckenfresken, sondern auch Kanzeln, Chorgestühle und andere Ausstattungsbestandteile. Darüber hinaus entwarf er auch Marketerien für den Ebenisten David Röntgen in Neuwied. Verwurzelt in der Kunst des Rokoko, zeugt seine Malerei von der spannungsreichen Auseinandersetzung mit dem beginnenden Klassizismus.
Sebastian hatte sich als Offizier aus der Prätorianergarde am kaiserlichen Hof offen zum Christentum bekannt und wurde deshalb von Kaiser Diokletian zum Tode verurteilt. Numidische Bogenschützen sollten das Urteil vollstrecken. Sebastian überlebte und kehrte nach Rom zurück, wo ihn Diokletian schließlich töten ließ.
Januarius Zick wählte für seine Darstellung den Augenblick unmittelbar nachdem die Bogenschützen ihre Pfeile abgeschossen hatten. Mehrfach getroffen ist der an einen Baum gefesselte Heilige zusammengesunken. Die an Rembrandt erinnernde Beleuchtung lenkt den Blick des Betrachters auf den gemarterten Körper Sebastians. Alles ist auf Kontemplation gerichtet, kaum etwas deutet auf das grausame Treiben hin, das unmittelbar zuvor stattfand.
Die detailgenaue, sorgfältige Malweise spricht dafür, dass es sich hier nicht um eine vorbereitende Ölskizze handelt, sondern um ein eigenständiges kleines Gemälde, das vermutlich als Kabinett- oder Andachtsbild Verwendung fand.

Januarius Zick: Martyrium des heiligen Sebastian, 1770er