Sammler

Wilhelm Reuschel (1893-1979)
Wilhelm Reuschel (1893-1979)

"Ich habe nicht gesammelt, um einen materiellen Wert zu erwerben, sondern aus reiner Liebe zum Objekt".

Mit diesen Worten erklärte der Mitgründer des Münchner Bankhauses Neuvians, Reuschel & Co. und Kunstliebhaber Dr. h.c. Wilhelm Reuschel seine Passion und Motivation zum Sammeln. Diese entwickelte sich in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg während seiner beruflichen Tätigkeit in Augsburg. Dort faszinierte und inspirierte ihn eine in den städtischen Kunstsammlungen ausgestellte Sammlung von Ölskizzen aus dem süddeutschen und alpenländischen Raum, die vom Münchner Hofrat Sigmund Röhrer (1861-1929) zusammengetragen worden war und schon damals große Wertschätzung genoss. In den folgenden Jahren galt sein Interesse dem Erwerb von Erstentwürfen von Deckenfresken und Altargemälden, an denen sich künstlerische Idee und Spontaneität einer neuen Komposition erkennen lassen. Seine Vorliebe galt der besonderen Farbigkeit des 18. Jahrhunderts.

Seine Verbundenheit mit der Stadt München zeigte sich in seinem Bemühen, der bayerischen Hauptstadt durch Aktivitäten im Bereich von Kunst und Kultur zu Ansehen zu verhelfen. So überließ Wilhelm Reuschel 1959 einen Teil seiner Sammlung zur dauerhaften Präsentation dem Bayerischen Nationalmuseum und war 1960 maßgeblich an der Gründung des Freundeskreises zur Unterstützung und Förderung des Hauses beteiligt.