Paul Troger (Umkreis)

1698 Zell bei Welsberg (Pustertal) – 1762 Wien

Die Auferweckung des Lazarus

Datierung:
Technik:
Format:
Inv. Nr.:
Katalog Nr.:
um 1750
Öl auf Leinwand
45 cm / 37 cm
Rl 31
15 (1995), 32 (2017)

Nach einer Lehre in die Malschule von Giuseppe Alberti in Cavalese im Fleimstal folgte um 1720 ein längerer Aufenthalt in Italien, unter anderem bei Francesco Solimena in Neapel und Giambattista Piazzetta in Venedig. Troger wurde 1754 als Nachfolger von Michelangelo Unterberger Rektor der Wiener Akademie. Neben Daniel Gran und Raphael Donner gehört er zu den bedeutendsten Vertretern der österreichischen Kunst der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Als Freskant, Altarbildmaler, Zeichner und Malerradierer tätig, verhalf Troger der expressiven, antibarocken und antiklassizistischen Strömung zum Durchbruch.
Der Künstler verlegt die im Johannesevangelium (Joh. 11,1-44) geschilderte Szene auf einen pasticcioartig gestalteten antiken Friedhof mit einem Tonnengewölbe, unter dem eine Urne, der Torso einer Statue sowie eine Pyramide zu erkennen sind. Christus schreitet von links kommend seinem Gefolge voraus und gebietet Lazarus aufzustehen. Zwei Männer richten ihn auf, während dahinter zwei weitere Männer erstaunt gestikulieren. Das schräg einfallende Licht lenkt die Aufmerksamkeit auf die Hauptfiguren und auf die beiden Frauen, Maria und Martha, am linken Bildrand.
Die Figuren, Gegenstände und Architekturelemente sind weitgehend ausgearbeitet, weisen jedoch in einzelnen Bereichen auch skizzenhafte Züge auf. Dass es sich dabei um den Entwurf für ein größeres Werk handelt, belegt ein 1997 im Kunsthandel aufgetauchtes, ohne größere Veränderungen ausgeführtes Gemälde, das mehr als doppelt so groß ist. Da dieses Gemälde Paul Troger zugeschrieben wurde, liegt eine Einordnung der früher als Werk Karl Palkos betrachteten Entwurfskizze in den Umkreis Paul Trogers nahe.