Franz Anton Maulbertsch

1724 Langenargen am Bodensee – 1796 Wien

Orpheus in der Unterwelt

Datierung:
Technik:
Format:
Inv. Nr.:
Katalog Nr.:
um 1785
Öl auf Leinwand
21,80 cm / 25,60 cm
Rl 36
13 (1995), 20 (2017)

  Das Werk ist im Bayerischen Nationalmuseum (Saal 45) ausgestellt

Der Künstler war Sohn des Malers Anton Maulbertsch, von dem er seine erste künstlerische Ausbildung erhielt. Fünfzehnjährig ging er nach Wien, begann eine Lehre bei Peter van Roy und schrieb sich an der dortigen Kunstakademie ein. 1750 gewann er den ersten Preis des Malereiwettbewerbs der Akademie, die ihn 1759 als ordentliches Mitglied aufnahm. Franz Anton Maulbertsch gehört zu den herausragendsten österreichischen Malern des Spätbarock und des Übergangs zum Klassizismus. Ab 1752 entstanden in 45 Arbeitsjahren Fresken an 59 Orten in Österreich, Ungarn und Mähren.
Die Skizze zeigt Orpheus, der seine früh verstorbene Gattin Eurydike durch Gesang und Kitharaspiel aus der Unterwelt erretten will. Das links sitzende Herrscherpaar der Unterwelt, Hades und Persephone, lassen sich von den schönen Klängen des knienden Orpheus erweichen, verlangen von Orpheus jedoch, dass er sich nicht umschauen dürfe, bis er in der Oberwelt angelangt ist. Genau dies geschieht und Orpheus verliert seine geliebte Gattin erneut. Maulbertsch wählt für sein Thema die Szene vor dem Unglück, wie anhand der von rechts nahenden Eurydike zu erkennen ist.
Franz Anton Maulbertsch hat die Skizze mit dünner graubräunlicher Farbe unterschiedlicher Intensität angelegt und mit Weißausmischungen modelliert. Diese steigern die unwirkliche Stimmung der Szenerie und erzeugen mit geringem Aufwand eine erhebliche Raumtiefe.